Was ist eine Energiegenossenschaft – wie funktioniert sie und warum gewinnt sie an Bedeutung?

Eine Energiegenossenschaft ist eine Organisation, in der sich Anwohner, Unternehmen und Kommunen zusammenschließen, um gemeinsam erneuerbare Energien zu erzeugen, zu verbrauchen und zu verwalten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Energieunternehmen ist eine Genossenschaft lokal und gemeinnützig – ihr Ziel ist nicht der Gewinn, sondern die Senkung der Energiekosten und die Stärkung der Energieunabhängigkeit der Gemeinschaft. Die rechtliche Grundlage für Energiegenossenschaften in Polen bilden das Energiegesetz und die detaillierten Bestimmungen des Gesetzes über erneuerbare Energiequellen (EE).

INFRASTRUKTURA & ENERGETYKA

1/14/20252 min lesen

Grundprinzipien einer Energiegenossenschaft

Eine Energiegenossenschaft kann innerhalb einer Gemeinde oder zweier benachbarter Gemeinden tätig sein. Ihre Mitglieder können Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen sein.Die Genossenschaft erzeugt Strom, Wärme oder Biogas aus erneuerbaren Energien – meist Photovoltaikanlagen, Biogasanlagen in der Landwirtschaft oder kleinen Windparks – und nutzt diese für den Eigenbedarf ihrer Mitglieder. Nicht verbrauchte Energie wird ins Netz eingespeist und über ein System namens Nettoabrechnung abgerechnet, bei dem der Energieverbrauch über einen bestimmten Zeitraum ausgeglichen wird.

Vorteile für Mitglieder und die lokale Gemeinschaft

Der größte Vorteil einer Energiegenossenschaft liegt in der Möglichkeit, Strom- und Heizkosten zu senken. Die Eigenversorgung mit Energie reduziert die Abhängigkeit von externen Anbietern und die damit verbundenen Preisschwankungen.Darüber hinaus stärken Energiegenossenschaften die lokale Energieversorgungssicherheit – Energie wird lokal erzeugt und verbraucht, wodurch Übertragungsverluste und Netzüberlastungen reduziert werden. In vielen Kommunen tragen solche Initiativen außerdem zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Bereich der erneuerbaren Energien und zur Entwicklung lokaler Installationsbetriebe bei.

Energiegenossenschaften in Landwirtschaft und Kommunalverwaltung

Das Genossenschaftsmodell bewährt sich besonders in ländlichen und landwirtschaftlich geprägten Gemeinden. Landwirte mit großen Dächern und Flächen können durch gemeinsame Investitionen in Photovoltaik- oder Biogasanlagen ein zusätzliches Einkommen erzielen. Kommunen nutzen Energiegenossenschaften, um die Kosten für die Instandhaltung öffentlicher Gebäude, Straßenbeleuchtung und kommunaler Einrichtungen zu senken. Oftmals ermöglicht die Mitgliedschaft einer Kommune in einer Genossenschaft auch einen leichteren Zugang zu EU-Fördermitteln für die Entwicklung lokaler erneuerbarer Energiequellen.

Bedeutung für Unternehmen und die lokale Wirtschaft

Unternehmen, die einer Energiegenossenschaft beitreten, können ihre Energiekosten stabilisieren, was in Zeiten hoher Strompreisschwankungen von entscheidender Bedeutung ist. Durch Investitionen in erneuerbare Energien erhalten Unternehmen Zugang zu günstigerer Energie und können ihr Image als umweltfreundliche Unternehmen verbessern.Aus Sicht der gesamten lokalen Wirtschaft fördern Genossenschaften die Entwicklung unabhängiger Energiecluster, unterstützen die Energiewende und erhöhen die regionale Widerstandsfähigkeit gegenüber Energiekrisen.

Wie man eine Energiegenossenschaft gründet

Für die Gründung einer Energiegenossenschaft benötigen Sie mindestens zehn Einzelpersonen oder drei weitere Organisationen (z. B. Unternehmen oder Kommunen). Sie müssen eine Satzung erstellen, sich beim Nationalen Gerichtsregister eintragen lassen und einen Eintrag im Register des Nationalen Unterstützungszentrums für Landwirtschaft (KOWR) beantragen.Eine technische und wirtschaftliche Analyse des Projekts ist ebenfalls unerlässlich – dabei müssen die Anlagenkapazität, der Energiebedarf und die Ausgleichsmethode ermittelt werden. Die Genossenschaft kann Fördermittel aus Programmen wie „Energie für ländliche Gebiete“ oder dem Modernisierungsfonds beantragen.

Herausforderungen und Zukunft der Energiegenossenschaften in Polen

Obwohl die Zahl der Energiegenossenschaften in Polen wächst, sehen sie sich weiterhin mit rechtlichen und administrativen Hürden konfrontiert. Zu den häufigsten zählen Schwierigkeiten beim Netzanschluss von Anlagen, komplexe Abrechnungen mit Netzbetreibern und ein eingeschränkter Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten.Gleichzeitig entsprechen die Energiegenossenschaften den Klimazielen der EU und werden bei der Umsetzung der Energiewende, insbesondere auf lokaler Ebene, eine immer wichtigere Rolle spielen.

Unterstützung und Beratung für Energiegenossenschaften

Die Gründung von Energiegenossenschaften erfordert juristisches, technisches und finanzielles Fachwissen. Wir unterstützen Kommunen, Unternehmen und lokale Organisationen bei der Analyse der Machbarkeit einer Genossenschaftsgründung, der Erstellung der erforderlichen Dokumente und der Finanzierung. Wir helfen bei der Bewertung von Nutzen und Risiken und passen das Projekt an die geltenden rechtlichen Bestimmungen und Förderprogramme an.